
Teufelskralle gegen Entzündungen und Schmerzen
Die Wurzel der Afrikanischen Teufelskralle wird seit Urzeiten als Heilmittel eingesetzt. Sie wirkt gegen zahllose Leiden wie Arthrose und Rheuma, die mit Entzündungen und Schmerzen einhergehen. Sie kann eine gute Alternative für Schmerzmittel sein. Dies konnte durch viele Studien untermauert werden. Erfahren Sie bei uns, was Sie in Bezug auf die Anwendung und den Kauf wissen sollten.
Teufelskralle: Was ist das?
Die Afrikanische Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Sesamgewächse (Pedaliaceae) gehört. Wie ihr deutscher Name bereits andeutet, ist sie im südlichen Afrika, vor allem in Namibia, Botswana und Südafrika verbreitet.
Naturvölker dieser Länder, wie die San und Khoi nutzen die Pflanze bereits seit Jahrtausenden als Heilmittel. In Europa hat sie sich erst im 20. Jahrhundert einen Namen gemacht.
Es handelt sich um eine mehrjährige, krautige Pflanze, die in Savannen und Wüsten anzutreffen ist. Die Stängel können eine Länge von 2 m erreichen und kriechen am Boden entlang.
Woher kommt der Name?
„Teufelskralle“ heißt die Pflanze, weil ihre Früchte mit scharfen Haken ausgestattet sind. Diese „Krallen“ sorgen dafür, dass die Früchte im Fell von vorbeiziehenden Tieren hängen bleiben und somit die darin enthaltenen Samen verbreitet werden.
Welche Pflanzenteile verwendet man?
Von der Heilpflanze verwendet man die Wurzel – und zwar die verdickten Speicherwurzeln (Nebenwurzeln). Die Hauptwurzel lässt man hingegen stehen. Einerseits damit die Pflanze nachwachsen kann. Andererseits enthält sie auch weniger Wirkstoffe (z. B. Harpagosid) als die Nebenwurzeln.
Der Unterschied: Teufelskralle und Katzenkralle
Oft wird die Teufelskralle mit der südamerikanischen Katzenkralle (Uncaria tomentosa) verwechselt. Abgesehen von ihrem Namen haben die beiden Pflanzen aber nichts gemeinsam.
Zur Katzenkralle lesen Sie alle Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten in unserem Artikel Katzenkralle: Die Heilpflanze aus dem Dschungel.
Der Unterschied: Afrikanische Teufelskralle und europäische Teufelskralle
In Europa gibt es ebenfalls Pflanzen, die im deutschen Sprachraum Teufelskralle genannt werden – und zwar einige einheimische Phyteuma-Arten, wie etwa die Ährige Teufelskralle (Phyteuma spicatum) und die Kugel-Teufelskralle (Phyteuma orbiculare).
Diese gehören jedoch zur Familie der Glockenblumengewächse und haben weder botanisch noch pharmakologisch etwas mit der Afrikanischen Teufelskralle zu tun. Die Namensgleichheit beruht ausschließlich auf der krallenartig wirkenden Blütenform der europäischen Arten.
Die Teufelskralle in der Volksmedizin
Die Naturvölker im südlichen Afrika nutzen die Teufelskralle als Heilmittel bei zahlreichen Erkrankungen (1). Dazu zählen u. a. Verdauungsstörungen (Verstopfung, Durchfall), Fieber, Entzündungen, Schmerzen, Menstruationsbeschwerden, Nierenerkrankungen, rheumatische Leiden, Asthma und Husten.
Zudem wird die Heilpflanze als Stärkungsmittel und bei Appetitlosigkeit verwendet. Beim Volk der Topnaar in Namibia wird zur Linderung von Magenschmerzen oder Schmerzen nach der Geburt aus den Wurzeln ein Sud zubereitet, oder man kaut auch die Knollen direkt.
Bei einem Sud werden die Pflanzenteile im Wasser mitgekocht. Dadurch lösen sich auch Wirkstoffe, die bei einer einfachen Teezubereitung nicht oder nur schwer ins Wasser übergehen.
Aus der pulverisierten Wurzel und tierischem Fett (Alternative: Vaseline) wird in der Volksmedizin auch gerne eine Salbe hergestellt, womit u. a. Wunden, Muskel- und Gelenkschmerzen behandelt werden.
Wie wirkt die Teufelskralle?
Die Wurzel der Afrikanischen Teufelskralle wurde von der Europäischen Arzneimittel-Agentur ( EMA) – basierend auf der langjährigen Erfahrung – als traditionelles pflanzliches Arzneimittel anerkannt (3).
Als zentrale Wirkstoffe gelten die Iridoidglykoside. Sie sind für die schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung der Wurzel verantwortlich. Das am besten untersuchte und wichtigste Iridoidglykosid heißt Harpagosid (2). In geringeren Mengen sind auch Harpagid und Procumbid enthalten.
Man weiß, dass Harpagosid allein nicht besonders wirksam ist. Wichtig ist also das Zusammenspiel aller in der Wurzel vorhandenen Wirkstoffe. Dazu gehören auch Phenylethanoid-Glycoside (z. B. das stark entzündungshemmende Verbascosid), Phytosterine, Triterpene und Flavonoide.
Auch wenn die Pflanze insbesondere gegen Schmerzen und Entzündungen eingesetzt wird, wirkt sie auch cholesterinsenkend, antibakteriell, antimykotisch, antiviral, antioxidativ, immunmodulatorisch sowie krebshemmend und eignet sich demzufolge zur Behandlung vieler Leiden.
Bei welchen Beschwerden hilft die Teufelskralle?
Es gibt eine beeindruckende Anzahl klinischer Studien mit der Teufelskralle. Der Großteil weist darauf hin, dass die Anwendung wirksam und sicher ist.
Die EMA empfiehlt die Wurzel zur Linderung von (leichten) Gelenkschmerzen, leichten Verdauungsstörungen (z. B. Blähungen und Flatulenz), Appetitlosigkeit sowie Schmerzen bei Arthrose und Rückenleiden.
Am häufigsten wurde die Wirkung bei degenerativen Gelenkerkrankungen und Leiden des Bewegungsapparates untersucht.
Bei Knie- und Hüftarthrose
In einer 4-monatigen Studie mit 122 Patienten mit Knie- oder Hüftarthrose nahmen die Leute entweder ein Teufelskrallen-Pulver (Harpadol) mit Diacerein (antientzündlicher Arzneistoff) oder nur Diacerein (6).
Die Dosierungen lagen täglich entweder bei 6 Kapseln (435 mg Wurzelpulver) oder 100 mg Diacerein.
Im Verlauf der Studie trat bei beiden Behandlungen eine signifikante Verbesserung der Schmerzen und Beweglichkeit ein. Doch waren die Nebenwirkungen (Durchfall) in der Teufelskrallen-Gruppe deutlich niedriger.
Die Patienten bewerteten die Heilpflanze insgesamt besser und griffen nach der Studie seltener auf Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) oder andere Schmerzmittel zurück.
In einer anderen Studie setzte man einen Extrakt ein (2400 mg pro Tag mit 50 mg Harpagosid). Die 75 Patienten mit Knie- oder Hüftarthrose hatten nach 12 Wochen deutlich weniger Schmerzen. Sie waren beweglicher und man hörte weniger Knirschen und Knacken im Gelenk (12).
Die Wurzel wirkte in einer Studie von 2021 sogar genauso gut wie ein geläufiger Entzündungshemmer (Meloxicam). Die 60 Teilnehmer mit schmerzhafter Kniearthrose (4) hatten entweder 4 Wochen lang 960 mg eines Wurzelextrakts (Teltonal) oder 10 Tage lang 15 mg Meloxicam genommen. Dabei hatte das pflanzliche Präparat weniger Nebenwirkungen.
Bei rheumatischen Erkrankungen
Die Heilpflanze wird allgemein als wirksame und gut verträgliche Behandlungsoption für leichte bis mittelschwere degenerative rheumatische Erkrankungen bewertet, z. B. in einer 8-wöchigen Studie mit 259 Patienten (7).
Unter Therapie mit der Teufelskralle konnte eine Verbesserung der Gesamtschmerzen und der Schmerzwerte für Hand-, Handgelenk-, Ellenbogen-, Schulter-, Hüft-, Knie- und Rückenschmerzen beobachtet werden.
Die Lebensqualitätswerte verbesserten sich gegenüber dem Ausgangswert signifikant und 60 Prozent der Patienten reduzierten oder setzten die gleichzeitige Schmerzmedikation ab.
Bei Knieschmerzen nach dem Training
Auch bei Kniebeschwerden nach dem Training könnte die Wurzel probiert werden. 22 Sportler erhielten 4 Wochen lang eine Mischung aus Teufelskralle, Ingwer und Bixa orellana (Annatto) und zwar 2 g/Tag in 6 Dosen oder ein Placebo.
Die Mischung linderte den Entzündungszustand und hatte eine schützende Wirkung auf das Knie (8).
Bei Muskelschmerzen in Schulter und Nacken
Probieren Sie auch bei chronischen Nackenschmerzen einmal die Teufelkralle. Auch hier kann die Wurzel oftmals helfen.
In einer Untersuchung gab man 63 Patienten mit leichten bis mittelschweren Muskelverspannungen und Muskelschmerzen im Rücken-, Schulter- und Nackenbereich zweimal täglich je 480 mg eines Wurzelextrakts oder ein Placebo.
Nach 4-wöchiger Behandlung zeigte sich eine deutliche Wirksamkeit des Wurzelextrakts (10).
Bei chronischen Rückenschmerzen
Bei Rückenschmerzen könnte man ebenfalls auf die Teufelskralle setzen (natürlich gemeinsam mit anderen Therapiekomponenten).
Bei 130 Patienten mit Rückenschmerzen (noch ohne Schädigung einer Nervenwurzel) zeigte sich nach 8 Wochen mit 2-mal täglich je 480 mg eines Wurzelextrakts eine klare Verbesserung der Schmerzsymptomatik und der Beweglichkeit der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte (13).
Wirkt die Teufelskralle wie die üblichen Schmerzmittel?
Gerade bei Gelenkerkrankungen werden meist sog. NSAR verordnet. Dabei handelt es sich um Nicht-steroidale Anti-Rheumatika, also um entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente (ohne Cortison = nicht-steroidal), z. B. Ibuprofen, Diclofenac oder Meloxicam.
Könnte man die Teufelskralle statt dieser Medikamente nehmen?
NSAR wirken vor allem im Akutfall stärker und schneller. Sie können aber auch mit zahlreichen und zum Teil schwerwiegenden Nebenwirkungen wie Magen-, Leber- und Nierenkomplikationen einhergehen (vor allem bei längerer Einnahme).
Die Teufelskralle hingegen braucht einige Tage bis Wochen, bis sie ihre volle Wirkung zeigt. Gleichzeitig ist sie verträglicher hat also weniger Nebenwirkungen.
Nach einer Therapie von einigen Wochen oder Monaten bietet sie überdies häufig eine Langzeitwirkung. Das bedeutet, dass es nach Absetzen der Behandlung nicht zwangsläufig zu einem Rückfall der Entzündung kommen muss.
Testen Sie daher gerne in Absprache mit Ihrem Arzt erst die schmerzstillende Wurzel, bevor Sie zu Medikamenten greifen.
Kann man die Wurzel mit Ibuprofen einnehmen?
Oft findet man die Angabe, dass man die Teufelskralle nicht mit den üblichen Entzündungshemmern (Ibuprofen und Co) einnehmen sollte. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind jedoch nicht bekannt.
Das bedeutet aber nicht, dass es solche nicht gibt. Um Haftungsrisiken zu minimieren, weisen Hersteller darum oft vorsorglich auf mögliche Wechselwirkungen hin.
Wenn Sie Medikamente einnehmen, sollten Sie sich von Ihrem Arzt oder Heilpraktiker beraten lassen, bevor Sie mit einer pflanzlichen Therapie beginnen.
Verdünnt die Teufelskralle das Blut?
NSAR können blutverdünnend wirken, also die Blutgerinnung hemmen, was zu einer erhöhten Blutungsneigung führen kann. Einer Studie zufolge verdünnt die Teufelskralle das Blut nicht (9).
Wenn Sie jedoch blutgerinnungshemmende Mittel nehmen müssen (oder Vorerkrankungen haben), besprechen Sie dennoch die Einnahme mit Ihrem Arzt.
Kann man die Teufelskralle nach einer OP verwenden?
Viele fragen sich, ob man die Teufelskralle wohl auch nach OPs einsetzen könnte, etwa nach einer Knie-OP. Da die Pflanze aber nicht so gut gegen akute Schmerzen wirkt, sollte man nicht zu viel von ihr erwarten.
Möglicherweise könnte es auch zu Wechselwirkungen mit Medikamenten kommen, die man gerade erhielt. Daher in jedem Fall die Einnahme beim Arzt ansprechen.
Später in der Reha können Sie die Wurzel aber bestimmt einsetzen (nachdem der behandelnde Arzt dies abgesegnet hat).
Die innerliche Anwendung
Für die innerliche Anwendung gibt es die folgenden Möglichkeiten:
Tee
Laut dem Europäischen Arzneimittelbuch muss die getrocknete Teufelskrallenwurzel mindestens 1,2 Prozent Harpagosid aufweisen. Wird daraus ein Tee zubereitet, liegt die empfohlene Tagesdosis bei 4,5 g (ca. 1 TL) der Wurzel. Diese Dosis entspricht ca. 50 mg Harpagosid.
4,5 g der fein geschnittenen Wurzel werden mit 300 ml kochendem Wasser übergossen, 8 Stunden zugedeckt stehengelassen und danach abgeseiht. Der Tee wird in 3 Portionen über den Tag verteilt getrunken.
Da die Wurzel sehr bitter schmeckt, greifen viele Menschen lieber auf Extrakte zurück.
*Hier erhalten Sie Teufelskrallenwurzeln aus Südafrika.
Pulver
Pulver wird meist in Kapselform angeboten – oder in Salben verarbeitet. Siehe weiter unten unter „Die äußerliche Anwendung“.
Extrakte
Extrakte gibt es in unterschiedlicher Form. Dazu zählen Flüssigextrakte wie Tinkturen, wässrige Extrakte oder Trockenextrakte in Form von Tabletten oder Kapseln.
Achten Sie beim Kauf darauf, dass das Pflanzen:Extrakt-Verhältnis bei etwa 5:1 liegt und mindestens 2,7 % Harpagosid enthalten sind. In Studien zeigten sich gelegentlich Präparate als besser wirksam, die mindestens 50 mg Harpagosid pro Tagesdosis enthielten. Maximal kamen 100 mg Harpagosid zum Einsatz.
* Hier erhalten Sie Bio-Teufelskrallenextrakt in Kapseln mit 13,5 mg Harpagosid pro Tagesdosis.
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Die äußerliche Anwendung
Indigene Völker wenden die Wurzel auch äußerlich an. Sie wird getrocknet, pulverisiert und direkt zum Abdecken von Wunden verwendet. Alternativ wird das Pulver mit tierischem Fett vermischt, um eine Salbe herzustellen, die z. B. Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Furunkel und andere Hautprobleme wirksam behandelt.
*Hier erhalten Sie eine Teufelskrallensalbe mit weiteren Heilpflanzen wie Rosmarinöl und Lavendelöl.
In einer Studie wurde eine nicht benannte Creme aus Wurzelextrakt zur Behandlung sportbedingter Nacken-/Schulterschmerzen hergestellt. Nach 2 Wochen ließen die Schmerzen nach und die Teilnehmer berichteten von einer Steigerung ihrer Kraft, Beweglichkeit und Arbeitsfähigkeit.
Was ist Harpagophytum zeyheri?
Neben der Afrikanischen Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) gibt es noch eine weitere Art. Sie heißt Harpagophytum zeyheri. Manche Produkte (z. B. Tees, Extrakte) enthalten beide Arten.
Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Wurzeln beider Pflanzen bei unsachgemäßen Wildsammlungen – aus Unwissenheit oder finanziellen Gründen – für lange Zeit in einen Topf geworfen wurden. Vor allem im Norden Namibias und Süden Angolas wird auch H. zeyheri traditionell als Heilmittel angewandt.
Da H. zeyheri eine vergleichbare Wirkung hat und die Wurzeln der beiden Pflanzen im getrockneten und zerkleinerten Zustand nicht voneinander unterschieden werden können (außer durch aufwendige Analysen), wurde in der EU auch H. zeyheri als Heilpflanze anerkannt (5).
Studien zufolge ist die bei weitem besser untersuchte Afrikanische Teufelskralle allerdings medizinisch wirksamer als H. zeyheri.
Teufelskralle für Tiere
Die indigenen Völker wenden die Wurzel traditionell auch bei Tieren an. Und auch bei uns in Europa wird die Heilpflanze immer häufiger auch Tieren verabreicht, insbesondere Pferden und Hunden.
Für Pferde
Im Rahmen einer Studie wurden 10 Pferde mit Arthrose 3 Monate lang (10 Tage pro Monat) mit einer Pulvermischung aus Teufelskrallenwurzel (insgesamt 20 g täglich) und kleineren Mengen Schwarzer Johannisbeere, Acker-Schachtelhalm und Silberweide behandelt.
Die Kontrollgruppe erhielt täglich 2 g Phenylbutazon (NSAR). Die Bewegungswerte verbesserten sich mit dem pflanzlichen Präparat im Vergleich zu NSAR signifikant.
In einer anderen Studie erhielten Pferde für 8 Wochen täglich entweder 10 g eines nicht benannten wässrigen Extraktes (25,3 Prozent Harpagosid) oder ein Placebo. Die Nachuntersuchungen nach 16 Wochen mithilfe von Fragebögen ergaben einen anhaltenden Effekt.
Es ist zu beachten, dass die Anwendung der Teufelskralle – genau wie von Schmerzmitteln – im Pferdesport stark eingeschränkt ist. Harpagosid ist in der Liste verbotener Substanzen für Pferde aufgeführt, deren Anwendung während des Trainings und Wettkämpfen verboten ist.
Für Hunde
Forscher untersuchten die Wirksamkeit der Wurzel (Harpagosid > 2,7 Prozent) als Teil einer komplexen Wirkstoffmischung zur Linderung der Symptome von Arthrose bei Hunden. An der 8-wöchigen Studie nahmen 32 Hunde teil.
Nach 4 und 8 Wochen kräftigten sich die Gelenke in der Teufelskrallen-Gruppe deutlich besser als in der Placebo-Gruppe. Zudem verbesserten sich die Symptome insgesamt durch die Behandlung.
Wir stellen die Studie und die verwendeten Mittel ausführlich in unserem Artikel Natürliche Mittel bei Arthrose vor.
Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel?
Im Handel sind sowohl Arzneimittel als auch Nahrungsergänzungsmittel (NEM) erhältlich. Bei Ersteren ist der Wirkstoffgehalt standardisiert. Sie enthalten also eine garantierte Menge an Wirkstoffen, was für gleichbleibende Qualität und Wirksamkeit sorgt.
Bei NEM kann der Wirkstoffgehalt variieren und er muss auch nicht deklariert werden. Es spricht für Seriosität, wenn Hersteller den Verbraucher darüber trotzdem informieren. Denn nur so herrscht Gewissheit, dass die Tagesdosis bei 50 mg Harpagosid liegt.
Beachten Sie beim Kauf von Arzneimitteln und NEM aber nicht nur die Wirkstoffe, sondern ALLE Inhaltsstoffe. So enthalten Arzneimittel häufig unnötige „sonstige Bestandteile“, wie Zucker, künstliche Aromen und Farbstoffe.
In Teufelskralle Ratiopharm (480 mg Filmtabletten) stecken z. B.
Maisstärke (allergische Reaktionen oder Intoleranzen möglich), Mikrokristalline Cellulose (mögliche Nebenwirkungen: Blähungen und Völlegefühl), Lactose-Monohydrat (bei Laktoseintoleranz unverträglich) und Titandioxid (in Lebensmitteln und NEM inzwischen verboten).
Wildsammlung und Anbau
Unternehmergeist, Kolonialismus und das Fehlen gesetzlicher Hürden trieben die Kommerzialisierung der Teufelskralle auf ähnliche Weise voran wie die anderer Heilpflanzen aus dem südlichen Afrika, z. B. Umckaloabo (Pelargonium sidoides) und Rooibos (Aspalathus linearis).
Interessante Infos zu Umckaloabo finden Sie in unserem Text Umckaloabo gegen Bronchitis und Erkältung.
Als die Nachfrage weltweit immer stärker anstieg und die Teufelskralle zu einem wichtigen Exportprodukt in Namibia wurde, kam es mehr und mehr zu unsachgemäßen Wildsammlungen und Übernutzung. Das führte dazu, dass die Heilpflanze heute stark bedroht ist.
Da aber der feldmäßige Anbau der Wildpflanze noch im Versuchsstadium steckt und (noch) nicht rentabel ist, stammt die Teufelskralle zu 99 Prozent aus Wildsammlung (11). Nun könnte man meinen, dass es besser sei, auf die Heilpflanze besser ganz zu verzichten.
Doch leben allein in Namibia rund 10.000 Familien indigener Völker oft ausschließlich von dieser Sammeltätigkeit. Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen Produkte mit GACP-Qualität (Good Agriculture Harvesting and Collection Practices). Denn diese garantiert eine kontrollierte Wildsammlung und eine gute Sammelpraxis.
Achten Sie außerdem auf die „Fair For Life“-Zertifizierung. Denn diese steht für eine faire Vergütung und Schulungen der Sammler in den Ursprungsländern, für soziale Verantwortung, Umweltverantwortung und faire Handelspraktiken entlang der gesamten Lieferkette.
Wie lange nimmt man die Wurzel?
Die Dauer der Anwendung ist nicht grundsätzlich begrenzt. Sie richtet sich nach der Art, Schwere und dem Verlauf der jeweiligen Erkrankung. Bei Arthrose wird z. B. empfohlen, die Heilpflanze mindestens 2 bis 3 Monate anzuwenden.
Denn so lange kann es tatsächlich dauern, bis sich die entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung entfaltet. Das Positive ist, dass der Effekt dann auch nach Ende der Therapie anhält.
Welche Nebenwirkungen gibt es?
Die Kurz- und Langzeitanwendung (durchschnittlich 30 bis 60 Tage, in mehreren Langzeitstudien bis zu 54 Wochen) wurde als sicher und gut verträglich beschrieben. Im Rahmen einer Überprüfung der Sicherheit von Teufelskrallen-Präparaten kam man zum Schluss, dass in der Regel keine schwerwiegenden Nebenwirkungen beobachtet wurden.
Die häufigsten Nebenwirkungen waren leichte gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall, die aufgrund des Bitterstoffgehalts vor allem bei höheren Dosen auftraten.
Seltene Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Schwindel und allergische Reaktionen wie Hautausschlag, Nesselsucht und Gesichtsschwellungen.
Wer sollte die Wurzel nicht nehmen?
Aufgrund der mangelhaften Datenlage sollte die Teufelskralle nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden. Auch zur Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren liegen keine ausreichenden Untersuchungen vor.
Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (z. B. Colitis ulcerosa), Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren wird von der Einnahme – wie auch von NSAR – abgeraten. Die Wurzel enthält Bitterstoffe, welche die Säuresekretion im Magen stimulieren.
Warum keine Teufelskralle bei Gallensteinen?
Die Heilpflanze regt den Gallenfluss an. Wenn Gallensteine vorhanden sind, können diese durch die anregende Wirkung in die Gallenwege befördert werden. Bleibt ein Stein stecken, kommt es zu einer schmerzhaften Gallenkolik.
Laut EMA sollten Patienten mit Gallensteinen (3) darum vor der Anwendung einen Arzt konsultieren.
Gibt es Alternativen zur Teufelskralle?
Wenn sich die Beschwerden trotz längerfristiger Einnahme nicht gebessert haben, können andere Heilmittel mit entzündungshemmenden und schmerzstillenden Eigenschaften versucht werden. Dazu gehören z. B. die Weidenrinde, Kurkuma, Ingwer, Weihrauch oder Arnika.
Mehr über diese Alternativen erfahren Sie in unseren Artikeln Arnika – Ein natürliches Schmerzmittel, Weidenrinde gegen Schmerzen, Fieber und Entzündungen sowie Weihrauch: Der natürliche Entzündungshemmer.
Fazit: Teufelskralle – die beste Heilpflanze gegen chronische Schmerzen
Die Afrikanische Teufelskralle ist inzwischen weltweit eine hochgeschätzte Heilpflanze. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass sie über eine entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung verfügt und sich zur Behandlung zahlreicher Krankheiten wie Arthrose, Rheuma, Rückenschmerzen und Verdauungsstörungen eignet.