Oxymel – Wirkung und Anwendung

Oxymel gilt als Hausmittel gegen viele Beschwerden und zur allgemeinen Stärkung. Handelt es sich tatsächlich um ein wirksames Heilmittel? Wir gehen der Wirkung auf den Grund und klären, ob der Sauerhonig sinnvoll ist und wenn ja, wobei er helfen könnte.

Oxymel hat als Heilmittel eine lange Tradition

Bei Oxymel handelt es sich um eine Mischung aus Essig und Honig. Der Name stammt aus dem Altgriechischen: „Oxy“ bedeutet sauer oder Essig, „mel“ bedeutet Honig. Folglich schmeckt Oxymel süß-säuerlich und wird auch als Sauerhonig bezeichnet.

Häufig werden dem Sauerhonig noch Heilpflanzen wie Löwenzahn, Kurkuma, Ingwer oder Hagebutte hinzugefügt.

In der Naturheilkunde hat der Sauerhonig eine sehr lange Tradition. Schon Hippokrates nutzte ihn zur Behandlung von Husten und Atemwegserkrankungen sowie zur Unterstützung des Immunsystems. Außerdem setzte er das Gemisch bei Fieber, Verdauungsbeschwerden und zur allgemeinen Stärkung ein.

Zu diesen Zwecken findet man Oxymel auch heute noch in vielen Hausapotheken – jedoch ohne dass man inzwischen eine konkrete Wirkung belegen konnte.

Oxymel – mit oder ohne Kräutern

Die Basis besteht nur aus Honig und Essig und wird auch als Oxymel simplex bezeichnet. Fügt man der Basis noch Kräuter oder andere Pflanzen hinzu, spricht man von Oxymel compositum. Meist werden aber beide Varianten einfach nur als Oxymel bezeichnet.

Was macht Oxymel im Körper?

Dem Sauerhonig werden verschiedene Wirkungen nachgesagt. Diese stammen je nach Rezeptur und Zutaten entweder vom Honig, vom Essig, von den hinzugefügten Kräutern oder allem zusammen.

Die Wirkung von Honig

Honig ist für seine antibakterielle, antimykotische (pilzhemmende) und antioxidative Wirkung bekannt. Diese zeigt er insbesondere bei äußerlicher Anwendung, z. B. bei Hautproblemen. Traditionell wird er aber auch bei Magen-Darm-Infektionen, Husten und Halsschmerzen eingesetzt.

Die Wirkung von Essig

Essig hat ebenfalls eine antimikrobielle Wirkung – und zudem entzündungshemmende und verdauungsfördernde Eigenschaften. Auch beeinflusst er die Darmflora positiv, kann die Blutzuckerkontrolle verbessern, bei Bluthochdruck helfen und Cholesterinwerte senken.

In unserem Beitrag Essig – Nutzen und Anwendung gehen wir näher auf die Wirkung von Essig ein.

Die Wirkung verschiedener Kräuter, Gewürze und Früchte

Oxymel wird auch häufig mit Kräutern, Gewürzen oder Früchten angesetzt, die allerdings vor dem Verzehr wieder entfernt werden. Man geht nun davon aus, dass die Inhaltsstoffe der Pflanzen während der Ziehzeit in den Sauerhonig übergehen.

Es kommen die verschiedensten Pflanzen zum Einsatz, die auch kombiniert werden können. Häufig verwendet werden z. B. Thymian, Salbei, Löwenzahn, Kamille, Eukalyptus, Melisse, Hagebutte, Sanddorn und Aroniabeeren, aber es gibt noch viele weitere. Beliebt ist heutzutage z. B. die Kombination Kurkuma und Ingwer.

Kräuter sind zweifelsohne sehr wirksam. Denn sie sind reich an sekundären Pflanzenstoffen, die antioxidativ und entzündungshemmend wirken. Darüber hinaus weisen sie weitere pharmakologische Wirkungen auf. Beispielsweise regt Löwenzahn den Gallenfluss an und wirkt harntreibend. Salbei ist bei Atemwegserkrankungen sehr wertvoll. Eukalyptus wirkt schleimlösend und hustenstillend usw.

Die Wirkung von Oxymel soll also auch von den enthaltenen Kräutern abhängen. Doch ist stets ungewiss, wie viele Wirkstoffe tatsächlich in den Sauerhonig übergegangen sind. Die fettlöslichen Pflanzenstoffe aus Kurkuma und Ingwer beispielsweise lösen sich überhaupt nicht.

Gibt es eine synergistische Wirkung der Inhaltsstoffe?

Essig und Honig wird oftmals eine synergistische Wirkung nachgesagt, was ein Grund dafür ist, warum der Sauerhonig so gesund sein soll. Dafür gibt es aber keine Nachweise.

Je nach Anwendung könnte die Wirkung der beiden Inhaltsstoffe durch die Kombination sogar aufgehoben werden. Beispielsweise könnten die großen Zuckermengen im Honig der blutzuckersenkenden Wirkung des Essigs entgegenwirken.

Im Oxymel compositum können Honig und Essig aber helfen, Wirkstoffe aus den Heilpflanzen zu extrahieren und zu stabilisieren.

Der Honig – so heißt es – soll helfen, die Zellwände der Pflanzen aufzubrechen, wodurch die pflanzlichen Wirkstoffe leichter in den Sauerhonig übergehen.

Die Säuren im Essig hingegen helfen, bestimmte Pflanzenstoffe zu lösen. Der Zucker im Honig und die Essigsäure im Essig wirken zudem konservierend, wodurch der Sauerhonig lange haltbar ist.

* Wenn Sie Oxymel als Fertigprodukt testen möchten, finden Sie hier eines mit beruhigenden Kräutern, hier eines mit Bitterkräutern, hier eines mit Frauenkräutern und hier eines mit Kräutern fürs Immunsystem.

Bei welchen Beschwerden hilft Oxymel?

Der Sauerhonig soll bei sehr vielen Beschwerden, wie z. B. Fieber, Husten, Verdauungsproblemen und Erkältung helfen können. Nachfolgend gehen wir näher auf die derzeitige Studienlage ein.

Hilft Oxymel bei Husten und Atemwegserkrankungen?

Der Sauerhonig selbst wurde bisher bei Husten und Atemwegserkrankungen nicht untersucht. Meist werden daher die Daten zu Honig aufgeführt, da Oxymel zu mindestens 50 % aus Honig besteht und man von der Honigwirkung auf eine entsprechende Oxymelwirkung schließt.

Bereits 1 TL Honig vor dem Zubettgehen kann bei Kindern den Husten spürbar lindern (1). Wir würden empfehlen, beim Honig zu bleiben. Denn hier ist die Wirkung belegt, bei Oxymel nicht.

Kann Oxymel das Immunsystem stärken?

Es gibt keine klinischen Studien, die untersucht haben, ob der Sauerhonig das Immunsystem stärken kann. Auch mit Honig und Essig allein fehlen die Daten.

Honig kann zwar die Vermehrung von Immunzellen anregen, was für die Immunabwehr relevant sein könnte (2). Um zu sehen, ob Honig tatsächlich helfen kann, Infektionen vorzubeugen oder zu bekämpfen, braucht man aber klinische Studien, die es nicht gibt.

Hilft Oxymel bei Fieber?

Oxymel wird zwar als Hausmittel bei Fieber eingesetzt, es gibt aber keine Hinweise darauf, dass es tatsächlich hilft. Auch Honig und Essig können Fieber nicht senken.

Hilft Oxymel bei Verdauungsbeschwerden?

Essig kann sich positiv auf die Verdauung und die Darmgesundheit auswirken. Er hemmt das Amylase-Enzym, das Stärke in Zucker abbaut. Dadurch gelangt weniger Zucker in den Darm, was der Darmflora zugutekommt.

Denn Zucker fördert die Vermehrung potenziell schädlicher Darmbakterien. Stattdessen verstoffwechseln die Darmbakterien unverdaute Stärke, die das Wachstum nützlicher Bakterien fördern kann.

Auch bei Verstopfung kann Essig helfen. In einer Studie konnte die Einnahme von 10 ml Apfelessig in 200 ml Wasser 2-mal täglich Verstopfungsbeschwerden innerhalb von 12 Wochen signifikant lindern (3).

Honig ist ebenfalls, trotz des hohen Zuckergehalts, potenziell gut für den Darm. Er enthält nicht-verdauliche Oligosaccharide (Mehrfachzucker), die nützlichen Darmbakterien als Futter dienen können.

Bei Mäusen kann 1 g Honig täglich die Zusammensetzung der Darmflora verbessern (4). Auf das menschliche Körpergewicht umgerechnet wären das allerdings 3 kg Honig. Ob Honig sich auch in verzehrsüblichen Mengen positiv auf die Darmflora auswirken kann, muss in klinischen Studien untersucht werden.

Oxymel selbst wurde nicht bei Verdauungsbeschwerden untersucht. Man schließt lediglich aus den positiven Wirkungen insbesondere des Essigs, dass auch der Sauerhonig dann entsprechend positiv wirken müsste.

Wir würden empfehlen, für die Verdauung in jedem Fall ausschließlich beim Essig zu bleiben, z. B. beim morgendlichen Glas Wasser mit Schuss Apfelessig.

Oxymel zum Abnehmen?

Der Sauerhonig wird oft – fälschlicherweise – als Abnehmmittel propagiert. Grund dafür könnte der enthaltene Essig sein, der tatsächlich das Abnehmen erleichtern kann. Denn Essig kann helfen, den Appetit zu regulieren und Heißhungerattacken vorzubeugen.

Außerdem kann Essig die Blutzuckerkontrolle verbessern und den Blutdruck und Cholesterinspiegel senken, was für viele Menschen mit Übergewicht relevant ist. Interessante Daten gibt es vor allem zu Apfelessig. Oxymel aber ist – zumindest für Menschen – nicht zum Abnehmen geeignet.

Positive Ergebnisse bei Ratten

Ratten, die zusätzlich zu einem zucker- und fettreichen Futter täglich Thymian-Oxymel bekamen, legten weniger an Gewicht zu und auch der Nüchternblutzucker- und Insulinspiegel, LDL-Cholesterin und Leberenzyme stiegen weniger stark an (5).

Die Tiere bekamen 75 oder 125 mg Thymianpulver pro Tag (in Oxymel). Der positive Effekt war stärker mit der höheren Dosis.

Kein signifikanter Gewichtsverlust beim Menschen

Studienergebnisse am Menschen sind aber nicht so vielversprechend. In einer Studie nahm die Hälfte der Probanden täglich 30 ml Oxymel (aus Traubenessig und Zucker) in 250 ml Wasser zu sich, die Kontrollgruppe nur 250 ml Wasser.

(Traditionell besteht Oxymel aus Essig und Honig, in Studien wird aber manchmal auch Zucker statt Honig verwendet.)

Nach ca. 5,5 Wochen hatte sich das durchschnittliche Gewicht von ursprünglich 98,97 kg auf 98,02 kg verringert. Der Unterschied zur Kontrollgruppe war jedoch kaum nachweisbar (6).

In einer weiteren Studie hatten zwei Esslöffel Oxymel (aus Honig und Essig) täglich in einem Zeitraum von 4 Wochen keine Auswirkungen auf das Gewicht und den Blutdruck (7).

Honig steht dem Abnehmen im Wege

Es gibt auch eine Studie mit positiven Ergebnissen, allerdings wurde hier kein klassisches Oxymel, sondern eine Mischung aus Traubenessig, Lactulose und Kapern verwendet. Lactulose ist ein Lactose-ähnlicher Zucker, der aber nicht verstoffwechselt werden kann. Er gilt als präbiotisch, verbessert also die Darmflora.

Die Probanden nahmen 3-mal täglich 10 ml der genannten Mischung ein. Nach 3 Monaten hatten sie signifikant an Gewicht verloren. Außerdem konnte die Mischung der Verschlechterung der Blutzuckerwerte entgegenwirken (8).

Aus diesen Daten kann man schließen, dass klassischer Sauerhonig zumindest beim Menschen nicht das Abnehmen erleichtert. Der enthaltene Essig sowie die zugesetzten Kräuter und Gewürze (z. B. Kapern) können in Bezug auf das Gewicht und die Stoffwechselgesundheit potenziell hilfreich sein – nur sollte man sie nicht mit Honig mischen, sondern z. B. mit präbiotischen Zutaten.

Honig steht einer Gewichtsabnahme eher im Wege. Denn Honig besteht zu 80 % aus Zucker und ist sehr reich an Fructose. Fructose wird in der Leber verstoffwechselt und kann in größeren Mengen gesundheitliche Nachteile haben, z. B. eine Fettleber fördern.

Oxymel bei Arthrose?

Es gibt eine Studie, die eine Wirkung bei Arthrose zeigt (9). Allerdings wurde dazu ein Meerzwiebel-Oxymel-Sirup verwendet, der in Deutschland nicht erhältlich ist. Die Teilnehmer nahmen 8 Wochen lang täglich 10 ml vom Sirup (morgens auf nüchternen Magen).

Der Effekt hielt sogar noch vier Wochen nach Behandlungsende an (weniger Knieschmerzen, weniger Bewegungseinschränkungen), während in der Placebogruppe keine Wirkung nachweisbar war.

Der für die Studie verwendete Sirup wurde jedoch von einem Pharmaunternehmen hergestellt. Es handelte sich also nicht um ein Hausmittel. Denn die Meerzwiebel ist – ähnlich wie der Fingerhut – eine Giftpflanze.

Sie enthält herzwirksame Glykoside, die in sehr niedriger Dosierung zwar heilsam wirken können, aber schon in etwas höherer Dosierung toxisch für Herz, Nieren und Nervensystem sind. Traditionell wird sie daher äußerlich verwendet, aber nicht innerlich.

Die Zutaten

Oxymel besteht aus Essig und Honig. Häufig werden noch verschiedenste Kräuter, Gewürze und Früchte hinzugefügt.

Welchen Essig?

Alle Essigsorten sind für den Sauerhonig geeignet. Beliebt ist vor allem Apfelessig, aber auch Weinessig, Kräuteressig und Reisessig werden häufig verwendet. Der verwendete Essig hat jedoch allenfalls Einfluss auf den Geschmack.

Die Wirkung ändert sich je nach Essigsorte nicht. Denn auch wenn es Unterschiede in der Zusammensetzung verschiedener Essige gibt, haben diese Unterschiede keine messbare gesundheitliche Relevanz bei den üblichen Verzehrmengen eines Oxymels.

Und selbst wenn Sie einen hochwertigen, also unpasteurisierten und naturtrüben (nicht gefilterten) Essig verwenden, der Enzyme und Restbestände an wertvollen Essigsäurebakterien enthält, so überleben diese das zucker- und säurereiche Milieu im Oxymel nicht.

Welchen Honig?

Die Art des Honigs wirkt sich insbesondere auf den Geschmack aus, weniger auf die Wirkung. Denn eine tatsächlich spürbare Heilwirkung ist nur für Manuka-Honig belegt.

In Sachen Geschmack wäre Akazienhonig ideal für ein milderes Oxymel, Wald- oder Kastanienhonig für ein intensiveres Aroma.

Setzen Sie am besten auf naturbelassenen und kalt geschleuderten Honig von hoher Qualität. Ein Siegel vom Imkerbund plus Bio-Qualität ist die beste Wahl. Er ist nicht nur hochwertiger, sondern auch aus ethischer Sicht sinnvoll, da hier mehr auf Tierschutz geachtet wird.

Dennoch geht die Gewinnung von Honig stets mit Ausbeutung und fragwürdigen Methoden einher, weshalb weder Honig noch Oxymel in eine tierfreundliche Lebensweise passen.

Welche Kräuter, Gewürze und Früchte?

Die verwendeten Kräuter, Gewürze und Früchte bestimmen hingegen nicht nur den Geschmack, sondern auch die (schwache) Wirkung.

Bei Erkältungen sollen Thymian, Eukalyptus und Salbei hilfreich sein. Kamille und Lavendel werden für eine beruhigende Wirkung verwendet. Fenchel und Kamille können bei Verdauungsproblemen helfen.

Ingwer und Sanddorn werden hinzugefügt, um das Immunsystem zu stärken. Und Ringelblume, Fenchel und Minze sind gut für Kinder geeignet.

Oxymel selbst herstellen – das Rezept

Das Basisrezept besteht nur aus Essig und Honig. Das Mengenverhältnis ist variabel. Oft werden die beiden Zutaten im Verhältnis von 1:1 eingesetzt. Wer es gerne etwas süßer mag, kann auch 2 oder 3 Teile Honig und 1 Teil Essig nehmen.

Geben Sie beide Zutaten in ein möglichst steriles Glas. Vermengen Sie sie gut und verschließen Sie es fest.

Oxymel mit Kräutern, Gewürzen oder Früchten

Wenn Sie Kräuter, Gewürze oder Früchte hinzufügen möchten, nehmen Sie ca. 4 bis 6 Teile Honig und Essig und 1 Teil getrocknete oder 2 Teile frische Kräuter.

Also zum Beispiel 300 g Honig, 100 g Essig und 200 g frische Kräuter (oder 100 g getrocknete).

Vermengen Sie dazu einfach den Honig und den Essig mit den zerkleinerten Pflanzenteilen, geben Sie die Mischung in ein Glas und verschließen Sie es. Je länger Sie diese Mischung stehen lassen, desto mehr Pflanzenstoffe gehen in die Essig-Honig-Mischung über.

Auch die Größe der Pflanzenteile spielt dabei eine Rolle. Wenn Sie die Pflanzenteile mit einem Mixer oder Pürierstab stärker zerkleinern, können ein paar Tage ausreichen, ansonsten sollten Sie die Mischung für ca. 4 Wochen stehen lassen.

Danach seihen Sie das Gemisch durch ein Sieb ab und fangen es in einem möglichst sterilen Glas auf, das Sie dann fest verschließen.

Wo kann man Oxymel kaufen?

Falls Sie den Sauerhonig nicht selbst herstellen möchten, können Sie ihn auch kaufen, z. B. in Imkereien. Achten Sie dabei am besten auf Bio-Qualität.

Wenn Sie ein Produkt kaufen möchten, das bereits Kräuter oder Kräuterauszüge enthält, lesen Sie die Zutatenliste. Meiden Sie Produkte mit z. B. einer solchen Angabe: „Bio Blütenhonig 61%, Bio Essig 37,7%, Bio Kurkuma 0,8%, Bio Ingwer 0,1%.“

Hier dürfte klar sein, dass die enthaltenen Kurkuma- und Ingwermengen dann pro Tagesportion nur irrelevante Spuren ausmachen.

Berücksichtigen Sie auch immer, dass Sie letztendlich nur 1 Löffel davon nehmen – und überlegen Sie, ob Sie nicht lieber die benötigten Kräuter auf andere Weise zu sich nehmen (so dass sie auch tatsächlich eine Wirkung davon haben). Siehe weiter unten unter „Alternativen zu Oxymel“.

Essig und Honig können Sie dann immer noch selbst mischen (ist günstiger als eine Fertigmischung) und separat einnehmen, wenn Sie unbedingt Sauerhonig probieren möchten.

Wie bewahrt man Oxymel auf?

Den Sauerhonig bewahren Sie am besten dunkel bei Raumtemperatur auf (in einem Küchenschrank).

Wie lange ist Oxymel haltbar?

In sterilisierten Gläsern ist der verschlossene Sauerhonig für etwa 1 Jahr haltbar. Nach dem Öffnen sollten Sie ihn innerhalb von 6 Monaten aufbrauchen.

Wie nimmt man Oxymel ein?

In der Regel verdünnt man 1 EL Oxymel mit ca. 100 bis 200 ml Wasser. Das Wasser kann warm oder kalt sein. Man kann das Gemisch auch unverdünnt nehmen. In dem Fall empfiehlt sich eine Rezeptur mit geringerem Essiganteil. Dennoch ist die Kombination Zucker-Säure für Ihre Zähne natürlich nicht ideal.

Wie lange sollte man Oxymel nehmen?

Zur Einnahmedauer des Sauerhonigs gibt es keine konkreten Vorgaben. In der Regel nimmt man ihn kurweise für einige Wochen oder nach Bedarf (z. B. bei einer Erkältung).

Wer sollte Sauerhonig nicht nehmen?

Der Sauerhonig ist nicht für Säuglinge bis zu 12 Monaten geeignet, da Honig Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum enthalten kann. Diese produzieren ein muskellähmendes Gift, das für Säuglinge gefährlich ist.

Für Kinder ab 1 Jahr ist der Sauerhonig prinzipiell geeignet, doch werden Kinder auf diese Weise an „süße Medizin“ gewöhnt, die einerseits zahnschädlich ist und andererseits nicht einmal garantierten Wirkstoffgehalt aufweist.

Die übliche Dosierung (1 EL auf 200 ml Wasser) enthält nur minimale Mengen an Pflanzeninhaltsstoffen. In dieser Verdünnung gilt das Getränk auch in der Schwangerschaft als sehr wahrscheinlich unbedenklich. Nehmen Sie jedoch vorsichtshalber nur milde Kräuter wie Zitronenmelisse, Kamille, Brennnessel, Lindenblüten, Hagebutte oder etwas Minze.

Kräuter und Gewürze können auch mit Medikamenten wechselwirken. Sollten Sie Medikamente nehmen, informieren Sie sich sicherheitshalber über mögliche Wechselwirkungen. Die Gefahr ist aber eher gering, da Oxymel dazu in der Regel nicht genügend Wirkstoffe enthält.

Kann man Oxymel auch auf die Haut auftragen?

Den Sauerhonig kann man auch äußerlich anwenden. Er soll z. B. bei schuppiger oder trockener Haut sowie bei Insektenstichen und Sonnenbrand helfen können. Hierzu wird der Sauerhonig mindestens 1:1 mit Wasser verdünnt. Darin tränkt man Kompressen und kann sie nun auf die Haut auflegen.

Bei empfindlicher Haut empfiehlt sich eine Rezeptur mit einem höheren Honig-Anteil. An Kräutern werden Malve, Kamille, Melisse, Ringelblume, Lavendel oder Gänseblümchen empfohlen.

Alternativen zu Oxymel

Oxymel allein aus Honig und Essig hat keine andere Wirkung als der Essig allein. Die Mischung schmeckt einfach nur besser.

Wenn Sie also z. B. die verdauungs- und stoffwechselanregende Wirkung des Apfelessigs nutzen möchten, geben Sie einfach – gemäß der bekannten Apfelessigkur – 1 TL Apfelessig in ein Glas Wasser und trinken dies morgens nüchtern. Honig braucht es dazu nicht. Dieser schmeichelt nur unserem zuckerverwöhnten Gaumen.

Weitere Informationen zur Apfelessig-Kur lesen Sie in unserem Artikel Apfelessig – aktiviert Verdauung und Stoffwechsel. Sie finden ihn, wenn Sie ganz nach unten scrollen, bei den weiterführenden Artikeln.

Wenn es Ihnen um die Wirkung der Kräuter geht, ist es sinnvoller diese gezielt einzunehmen, z. B. mit einer der folgenden Möglichkeiten. Diese kommen ohne zuckerreichen Honig aus und erlauben die Einnahme auch tatsächlich wirksamer Mengen.

Smoothies

Bei einem Kräutersmoothie werden die Kräuter zerkleinert und komplett verzehrt. Hier werden also alle Inhaltsstoffe der Kräuter aufgenommen und sie lassen sich in größeren Mengen verarbeiten, als es in einem Oxymel üblich ist.

Nur muss ein Smoothie immer frisch zubereitet werden. Man kann ihn also nicht auf Vorrat herstellen.

Standardisierte Extrakte

Während Oxymel ein traditionelles Hausmittel ohne genau definierte Wirkstoffmenge ist, enthalten pflanzliche Extrakte in Kapselform standardisierte und ausreichend hohe Mengen der gewünschten Wirkstoffe.

Sie liefern die wirksamen Substanzen in kontrollierter Dosierung, ohne den zusätzlichen Zucker- und Säureanteil des Sauerhonigs.

Kräutertees

Bei der Zubereitung eines Kräutertees werden ähnliche Mengen an Pflanzenmaterial verwendet wie bei einem Oxymel – allerdings nur, wenn Sie die oben genannte Rezeptur verwenden. Im Netz finden sich auch Rezepturen mit deutlich weniger Kräutern, z. B. auf der Seite des SWR (300 g Honig, 100 g Essig und 20 g Kräuter). Diese sind dann natürlich noch wirkungsloser.

Heißes Wasser eignet sich sogar besser, um manche wasserlöslichen Pflanzenstoffe wie Polysaccharide, Flavonoide und Mineralstoffe zu extrahieren.

In einem sauren Milieu wie Essig lösen sich dagegen bestimmte Phenole und Anthocyane tatsächlich etwas leichter und bleiben dort auch stabiler.

Die Menge an phenolischen Substanzen, die in einem Essigauszug mehr gewonnen werden kann, ist im Vergleich zur gesamten Ernährung jedoch kaum relevant. Denn Anthocyane und ähnliche Stoffe nimmt man ja ohnehin bereits über viele Lebensmittel zu sich (Beeren, Trauben, Rotkohl) und dann auch in deutlich höheren Mengen.

Ein ungesüßter Kräutertee ist damit eine einfache und zahnfreundliche Möglichkeit, Pflanzenstoffe aufzunehmen – ganz ohne den hohen Zucker- und Säuregehalt eines Oxymels.

Fazit: Oxymel wird überschätzt

Oxymel ist ein Hausmittel aus alten Zeiten, das in seiner Wirkung auf die Gesundheit überschätzt wird.

Die Mischung aus süßem Honig und säuerlichem Essig schmeckt gut und wirkt belebend. Dieses sinnliche Erlebnis – gemeinsam mit den Gesundheitsversprechen, die man überall hört und liest – führt leicht zum Glauben, dem Körper damit etwas Gutes zu tun.

Letztendlich handelt es sich aber um kaum mehr als die Kombination aus Essigsäure und Zucker. Das saure Milieu löst zwar bei der Kombination mit Kräutern einige Pflanzenstoffe und konserviert diese, doch gibt es deutlich sinnvollere Möglichkeiten, um in den Genuss pflanzlicher Wirkstoffe zu gelangen.

Wer daher gesundheitliche Effekte sucht, erreicht mit anderen Zubereitungen oder standardisierten Pflanzenextrakten wesentlich mehr.

Quelle: Oxymel – Wirkung und Anwendung