
Cordyceps – Ideal für das Immunsystem
Cordyceps ist einer der stärksten Heilpilze der Traditionellen Chinesischen Medizin. Sportlern soll er in Sachen Kondition und Leistungsfähigkeit helfen. Auch kann der Pilz das Immunsystem stärken. Bei Autoimmunerkrankungen hingegen soll er in der Lage sein, das Immunsystem wieder zu regulieren.
Cordyceps – Der Pilz in Raupen-Gestalt
Bei den Chinesen heißt der Cordyceps Dong Chong Xia Cao, was so viel wie Winterraupe-Sommergras bedeutet. Diese seltsame Bezeichnung hat ihren Ursprung in der besonderen Lebensweise des Pilzes.
Denn der Heilpilz braucht eine Raupe, um selbst überleben zu können.
Bereits als unsichtbare Pilzspore befällt er die in der Erde lebende Raupe eines bestimmten Nachtfalters und verzehrt sie schließlich im Laufe der Wintermonate von innen (daher „Winterraupe“). Der Pilz ist also ein Parasit.
Von der Raupe bleibt letztendlich nur noch die mumifizierte Hülle übrig. Innen ist sie inzwischen völlig mit den Pilzfäden (dem Mycel) ausgefüllt.
Während der Sommermonate wächst dann aus der Hinterseite des ehemaligen Raupenkopfes der Fruchtkörper des Pilzes auf die Erde hinaus. Dieser erinnert eher an ein Gras als an einen Pilz. Denn er ist sehr schmal, fingerförmig und ohne Hut – daher die Bezeichnung „Sommergras“.
Heutige Präparate mit dem Cordyceps sind jedoch vegan, da der Pilz auch ohne Raupe gedeihen kann.
Hohe Nachfrage – hohe Preise
Der Cordyceps Pilz war immer eine Seltenheit und wegen der gleichzeitig großen Nachfrage fast unbezahlbar.
Im Altertum kostete ein Gramm des Pilzes vier Mal so viel wie ein Gramm Silber. Aufgrund dessen wurde der Heilpilz fast ausschließlich am kaiserlichen Hof benutzt. Auch heute noch werden bis zu 2000 Euro für ein Kilo wilden Cordyceps bezahlt.
Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, wird der Cordyceps heute kultiviert – und zwar auf rein pflanzlichen Nährmedien, also nicht mehr auf Raupen. Ein häufiger Kulturstamm ist CS-4, mit dem inzwischen auch zahlreiche Studien durchgeführt wurden.
Welche Wirkstoffe enthält Cordyceps?
Der Pilz enthält eine Reihe von Wirkstoffen, die für die positiven Effekte auf die Gesundheit verantwortlich sind.
Polysaccharide
Wie andere Heilpilze enthält Cordyceps Beta-Glucane und andere Polysaccharide. Sie sind hauptsächlich für die immunmodulierende Wirkung des Pilzes verantwortlich.
Sie unterstützen auch den Energiehaushalt der Zellen, indem sie die Bildung von ATP – also der körpereigenen Energieeinheit – fördern. Gleichzeitig können sie die Stressresistenz erhöhen und die Erholung nach körperlicher oder geistiger Belastung verbessern.
Auch die Sauerstoffverwertung in den Zellen scheint durch Cordyceps positiv beeinflusst zu werden. Deshalb gilt CS-4 als sanft wirkendes Tonikum, das dem Körper hilft, besser mit Belastungen umzugehen, ohne dabei aufputschend zu wirken.
In der traditionellen chinesischen Medizin wird der Pilz daher schon lange als „Energiepilz“ eingesetzt, um bei Erschöpfung und allgemeiner Schwäche die Vitalität zu stärken.
Cordycepin
Cordycepin gilt neben den Polysacchariden als Hauptwirkstoff des Pilzes. Im Körper zeigt Cordycepin eine entzündungshemmende und zellschützende Wirkung. Es hemmt überaktive Immunreaktionen und reduziert die Freisetzung entzündungsfördernder Botenstoffe (z. B. TNF-α, IL-6).
Es kann außerdem dazu beitragen, dass Zellen besser mit Energie versorgt werden und oxidativer Stress – also schädliche Reaktionen durch freie Radikale – verringert wird. Auch zeigen Laborstudien, dass Cordycepin die Abwehrkräfte regulieren kann, antiviral wirkt und das Wachstum bestimmter Tumorzellen hemmt.
Die Konzentration von Cordycepin in Cordycepspräparaten ist jedoch stark stammabhängig. Der kultivierte Stamm CS-4 (Cordyceps sinensis) enthält nur Spuren oder gar kein Cordycepin.
Dagegen bildet Cordyceps militaris — eine verwandte, ebenfalls kultivierbare Art — deutlich höhere Mengen an Cordycepin, oft das Hundert- bis Fünfhundertfache der Konzentration von CS-4.
Deshalb werden für gezielte Cordycepin-Wirkungen heute meist C. militaris-Präparate verwendet, während CS-4 eher über seine Polysaccharide und adaptogenen Effekte wirkt.
Adenosin
Adenosin kann in pharmakologischen Dosen gefäßerweiternd, blutdrucksenkend und durchblutungsfördernd wirken. In Cordyceps-Präparaten ist die Dosis aber zu gering.
Dennoch gilt Adenosin als wichtiger Inhaltsstoff, aber nur im Sinne eines Markers (für Qualitätsanalysen), an dem man erkennt, dass das Produkt tatsächlich aus Cordyceps stammt und biologisch aktiv ist.
Sterole
Der Pilz enthält Ergosterol und andere Sterole. Auch hier ist die Menge pro Cordyceps-Dosis zu gering, um z. B. eine cholesterinsenkende Wirkung zu haben. Doch im Gesamtkomplex liefern sie einen gewissen antioxidativen und leberschützenden Beitrag.
Welche Cordyceps-Arten gibt es?
Es gibt etwa 750 verschiedene Cordyceps-Arten, die sich in der Wirkstoffzusammensetzung unterscheiden. Die am besten untersuchten Arten sind Cordyceps sinensis und Cordyceps militaris.
Cordyceps militaris
C. militaris ist reich an Cordycepin, was hingegen in C. sinensis kaum nachweisbar ist. Bei C. militaris ist Cordycepin auch hauptsächlich im Fruchtkörper enthalten, während das Mycel deutlich weniger enthält.
Außerdem enthält C. militaris mehr Adenosin als C. sinensis.
Cordyceps sinensis
C. sinensis kommt in der Traditionellen Chinesischen Medizin zum Einsatz und wird auch in modernen klinischen chinesischen Studien untersucht. Beim CS-4 Kulturstamm, der auch in Nahrungsergänzungsmitteln weit verbreitet ist, handelt es sich ebenfalls um C. sinensis.
CS-4 ist dem traditionellen wild wachsenden C. sinensis sehr ähnlich. Im Jahr 1987 hat daher das chinesische Gesundheitsministerium dem CS-4 die Zulassung für den menschlichen Verzehr erteilt.
Wie wirkt der Pilz?
Der Pilz ist besonders für seine stärkende und anregende Wirkung auf Körper und Geist bekannt. Laut der traditionellen chinesischen Heilkunde stärkt er vor allem den Nierenmeridian und den Lungenmeridian (2).
In mehreren chinesischen Studien wurden jedoch auch auf wissenschaftlichem Wege die biochemischen Effekte des Heilpilzes auf den menschlichen Körper untersucht (3).
Cordyceps versorgt mit mehr Energie und Sauerstoff
Der Cordyceps Pilz wirkt offenbar direkt auf die Kraftwerke (die Mitochondrien) der Zellen ein und fördert somit die Energieproduktion in jeder einzelnen Zelle.
Füttert man beispielsweise Mäuse mit dem CS-4-Extrakt, dann nehmen die Energiespeicher in deren Leberzellen um 41 bis 48 Prozent zu (4).
Zusätzlich verbessert der Pilz die Fähigkeit des Körpers, möglichst gut auch geringste Sauerstoffvorräte auszunutzen, so dass mit ihm seltener ein Sauerstoffmangel des Gewebes auftritt als ohne den Pilz – was natürlich ebenfalls zu einem erhöhten Energielevel führt (5).
* Hier finden Sie Cordyceps-Kapseln mit einen hohen Polysaccharidgehalt
Erhöht Leistungsfähigkeit im Sport
Die Optimierung des Energiezustandes durch den Heilpilz könnte die leistungssteigernde Wirkung bei Sportlern erklären (wenn der Pilz begleitend zum Training eingenommen wird).
In einer Studie mit 48 Athleten und 4 Gruppen nahmen die Probanden täglich entweder 1 g Cordyceps militaris-Pulver zu sich oder 10 g Molkeprotein oder beides zusammen (jeweils in schwarzem Tee gelöst) oder nur 150 ml schwarzen Tee (Kontrollgruppe).
Nach 3 Wochen wurde die Leistungsfähigkeit der Athleten analysiert. In einem der Tests liefen die Probanden für 5 Minuten auf einem Laufband. In der Kontrollgruppe und in der Molkeprotein-Gruppe sank die Sauerstoffsättigung im Blut schnell von 100 Prozent auf 60 bis 75 Prozent ab. In der Cordyceps-Gruppe sank sie hingegen nur auf 95 Prozent ab.
Auch konnten die Probanden in den beiden Cordyceps-Gruppen ihre Laufgeschwindigkeit erhöhen ihre Laufgeschwindigkeit erhöhen (6).
Verbessert die Stimmung
Das im Cordyceps enthaltene Cordycepin scheint eine antidepressive Wirkung zu haben. Das lässt sich zumindest in Tierstudien beobachten.
Gibt man depressiven Mäusen aus Cordyceps extrahiertes Cordycepin, legen diese weniger depressives Verhalten an den Tag (7).
Stärkt Potenz und Libido
Der Cordyceps Pilz wird in der traditionellen Volksheilkunde seiner Heimat als natürliches Mittel bei Potenzstörungen und mangelnder Libido eingesetzt (bei Mann und Frau).
Drei placebokontrollierte Doppelblindstudien an einigen hundert Männern mit „herabgesetzter Libido und anderen sexuellen Problemen“ ergaben, dass durchschnittlich 64 Prozent der Probanden, die Präparate aus dem Pilz einnahmen, nach der Versuchszeit eine Steigerung ihrer sexuellen Leistungsfähigkeit erlebten gegenüber 24 Prozent in der Placebogruppe.
In einer anderen Studie (placebokontrolliert und doppelblind) mit 21 älteren Frauen, die an „herabgesetzter Libido und anderen sexuellen Problemen“ litten, konnte der Heilpilz bei über 90 Prozent der Frauen eine Verbesserung der Problematik erzielen – gegenüber 0 Prozent in der Kontrollgruppe.
Dazu sei jedoch gesagt: Die genannten Studien tauchen zwar immer wieder in Berichten auf, liegen uns aber im Original nicht vor.
Wie wird die Wirkung auf Potenz und Libido erklärt?
Verantwortlich für die Wirkungen des Pilzes auf Potenz und Libido sollen die folgenden Eigenschaften sein. Hierbei ist jedoch wichtig, dass nicht alle von jedem Cordyceps-Präparat erwartet werden können. Denn in den Studien wurde teilweise isoliertes Cordycepin verwendet oder der C. militaris, aber nicht das heute meist erhältliche CS-4.
Cordycepin kann bei Ratten die Erektionsfähigkeit verbessern, indem es die Morphologie des Schwellkörpergewebes im Penis verbessert. Außerdem fördert isoliertes Cordycepin die Entspannung der glatten Muskulatur, wodurch der Bluteinstrom in die Schwellkörper ermöglicht wird (8).
Der Pilz wirkt auch direkt auf die Geschlechtsorgane (Hoden und Gebärmutter) ein (zumindest bei Nagetieren).
Gibt man nicht geschlechtsreifen männlichen Mäusen 28 Tage lang Cordyceps militaris, werden in den Hoden größere Samenkanäle ausgebildet. Außerdem wird die Spermien- und Testosteronproduktion gesteigert (9).
Bei weiblichen Ratten, die durch eine Entnahme der Eierstöcke (Ovarektomie) in die Wechseljahre versetzt wurden, kann der Cordyceps sinensis die Abnahme des Uterusgewichts (10) und des Östradiolspiegels (11) verringern.
Nach einer Ovarektomie fällt der Östrogenspiegel normalerweise stark ab, was zu einer deutlichen Abnahme des Uterusgewichts und der Libido führt.
Cordycepin lindert Arthroseschmerzen
In ersten Tests an Mäusen mit Arthrose konnten Wissenschaftler der University of Nottingham zeigen, dass Cordycepin Gelenkentzündungen und Schmerzverhalten verringern kann (12). Doch wurde isoliertes Cordycepin verwendet, das deutlich stärker wirkt als Pilzpulver oder CS-4, das nur wenig Cordycepin enthält.
Wenn Sie bei Arthrose daher Nahrungsergänzungen nehmen möchten, empfehlen wir unseren Artikel Nahrungsergänzung bei Arthrose, wo wir jene Präparate vorstellen, die nachweislich Wirkung zeigen.
Moduliert und reguliert das Immunsystem
Cordyceps soll als sogenannter bidirektionaler Immunregulator wirken können. Das bedeutet, die Wirkung eines zu schwachen Abwehrsystems wird verstärkt und die eines überaktiven Abwehrsystems – wie z. B. bei Autoimmunerkrankungen – wird gehemmt.
Eine Reihe von Untersuchungen hat gezeigt, dass die Wirkung auf das Immunsystem linear dosisabhängig ist, also je mehr vom Heilpilz eingenommen wird, umso größer ist der erwünschte Effekt.
Dabei wirkt der Pilz wiederum nicht nur über einen Pfad, sondern auf so verschiedene Arten, dass es die Kombination all der unterschiedlichen Einzelwirkungen ist, die den Erfolg der Pilz-Einnahme erklärt:
Der Pilz regt zunächst die Produktion von speziellen Abwehrzellen, den T-Zellen an. Er steigert ferner die Aktivität von Natürlichen Killer-Zellen (NK-Zellen).
Er verstärkt außerdem die Produktion der Immunglobuline G und M. Immunglobuline sind Antikörper, also jene Strukturen im Körper, die sich an Eindringlinge oder auch an entartete Zellen binden, damit diese von den Abwehrzellen erkannt und bekämpft werden können.
Auch die Aktivität der Makrophagen (Fresszellen) wird angeregt; genauso die Aktivität von Gamma-Interferon, einem körpereigenen Stoff mit immunstimulierender, antiviraler und antitumoraler Wirkung.
In einer Studie mit 20 Männern und 20 Frauen tranken die Probanden täglich nach dem Frühstück entweder einen Fruchtsaft mit Cordyceps militaris-Pulver (insgesamt 2,85 mg Cordycepin) oder ein Placebo.
Nach 60 Tagen wies die Cordyceps-Gruppe eine erhöhte Aktivität der natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) auf. Diese Immunzellen gehören zu den weißen Blutkörperchen. Sie können virusinfizierte Zellen und Tumorzellen erkennen und abtöten.
Außerdem waren die Entzündungsmarker IL-1beta und IL-6 in der Cordyceps-Gruppe verringert (13).
* Hier z. B. finden Sie einen (veganen) Cordyceps-Extrakt (CS-4).
Bei Autoimmunerkrankungen
Eine Studie hat die Wirkung des Pilzes bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse untersucht. Die Studie umfasste 44 Patienten mit Morbus Basedow (Autoimmunerkrankung mit Schilddrüsenüberfunktion) und 56 Patienten mit Hashimoto Thyreoiditis (chronische Schilddrüsenentzündung mit Unterfunktion).
Alle Probanden mit Schilddrüsenüberfunktion wurden mit Thiamazol behandelt, einem bei Überfunktion üblichen Medikament, das die Funktion der Schilddrüse hemmt. Die Probanden mit Schilddrüsenunterfunktion wurden mit L-Thyroxin behandelt, einem synthetischen Schilddrüsenhormon.
Die Hälfte der Probanden nahmen zusätzlich 3-mal täglich eine Kapsel mit 2 g Cordyceps sinensis-Pulver ein.
Nach 24 Wochen wiesen die Probanden, die den Pilz eingenommen hatten, weniger Autoantikörper auf. Bei den Probanden mit Hashimoto Thyreoiditis verbesserte sich auch die Schilddrüsenfunktion (14).
Studien an Mäusen zeigen, dass der Pilz auch bei anderen Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose (15) und Lupus (16) hilfreich sein könnte.
Allerdings ist er in Bezug auf Autoimmunerkrankungen nicht bei jeder Autoimmunerkrankung verträglich. Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (M. Crohn oder Colitis ulcerosa) könnte er eher irritierend wirken.
Denn der Pilz soll das TH1/TH17-System aktivieren können, genau das System, das bei Morbus Crohn bereits überaktiv ist. Der Pilz enthält auch Polysaccharide (wie Beta-Glucane), die zwar gesund sind, aber auch die Darmflora beeinflussen können. Bei Morbus Crohn wiederum kann eine veränderte Darmflora Schübe auslösen oder verstärken.
Schützt vor freien Radikalen
In einer placebokontrollierten Studie an Patienten mit chronischer Nierenerkrankung erhöhte 100 mg Cordyceps militaris-Extrakt täglich die Werte des Enzyms Superoxiddismutase (SOD) um 25 Prozent innerhalb von 3 Monaten. SOD ist eines der wichtigsten körpereigenen Enzyme mit antioxidativer Wirkung.
Gleichzeitig sanken die Malondialdehyd (MDA)- und Myelperoxidase (MPO)-Werte um jeweils 27 und 14 Prozent (17).
Beides sind Marker für oxidativen Stress. Das MPO-Enzym produziert bei Entzündungsprozessen reaktive Sauerstoff- und Stickstoffspezies (freie Radikale), die oxidativen Stress verursachen. MDA wiederum entsteht bei der Oxidation ungesättigter Fettsäuren.
Bei Diabetikern beispielsweise sind die MDA-Werte meist regelmäßig erhöht.
Reguliert Blutdruck und Cholesterinspiegel
Da der Pilz die Freisetzung von Stickstoffmonoxid (NO) in den Gefäßzellen fördert, erweitern sich die Gefäße und der Blutdruck sinkt. Gleichzeitig wird die Durchblutung verbessert. Die blutdrucksenkende Wirkung ist bei Tieren gut untersucht, hier kann man mit Cordyceps sinensis eine dosisabhängige Wirkung beobachten (18).
Studien am Menschen sind hingegen rar. In einer kleinen Untersuchung nahmen 46 Probanden 500 mg Cordyceps-Pulver ein. Nach 90 Minuten war der Blutdruck signifikant niedriger als vor der Einnahme (19). Allerdings wurde in der Studie die Form C. cicadae verwendet, also weder C. sinensis noch C. militaris.
Bei Mäusen und Ratten konnte C. militaris auch das Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin senken sowie das „gute“ HDL-Cholesterin erhöhen (20). Dies verringert die Plaquebildung und Entzündung in den Gefäßen, wodurch das Risiko für Atherosklerose gesenkt werden kann (21). Humanstudien sind uns dazu aber keine bekannt.
Bessert Herzrhythmusstörungen
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird C. sinensis auch zur Unterstützung der Herzfunktion eingesetzt. Experimentelle Untersuchungen deuten darauf hin, dass Inhaltsstoffe des Pilzes die Herzfrequenz und die Kontraktionskraft der Herzmuskulatur beeinflussen können – möglicherweise über Signalwege, die an der Steuerung des Herzrhythmus beteiligt sind.
Eine große Meta-Analyse, die 19 Studien mit 1.805 Probanden umfasste, konnte die nützliche Wirkung bei Herzrhythmusstörung bestätigen (22). C. sinensis wird zu diesem Zweck auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin eingesetzt (23).
Wirkt günstig bei Nierenerkrankungen
Aufgrund seiner entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften wirkt sich der Pilz auch positiv auf die Nierengesundheit aus, insbesondere C. sinensis.
Eine Cochrane-Meta-Analyse umfasste 22 Studien mit insgesamt 1746 Probanden. Die Analyse kam zu dem Schluss, dass C. sinensis bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (die keine Dialyse benötigen) die Nierenfunktion verbessern kann (24).
In einer Studie nahmen 60 Patienten mit chronischer Nierenentzündung (Glomerulonephritis) täglich entweder C. sinensis und Valsartan oder nur Valsartan ein. Valsartan ist ein Blutdrucksenker, der bei dieser Erkrankung häufig zum Einsatz kommt.
In einem Zeitraum von drei Monaten sanken in der C. sinensis-Gruppe die Serum-Kreatinin-Werte und Harnstoffwerte im Blut stärker als in der Kontrollgruppe. Dies bedeutet, dass sich die Nierenfunktion verbessert hat. Außerdem waren die Entzündungswerte signifikant verringert (25).
Verbessert Nierenfunktion nach Nierentransplantation
Auch bei Nierentransplantationen kann der Pilz nützlich sein. In einer entsprechenden Studie nahm die Hälfte der 202 Probanden nach der Transplantation 3-mal täglich 1 g C. sinensis-Pulver ein. Alle Probanden erhielten zusätzlich Immunsuppressiva, die die Abstoßung der neuen Niere verhindern sollen.
Es gab keine Unterschiede in der Abstoßungsrate zwischen den beiden Gruppen. Die Probanden in der C. sinensis-Gruppe wiesen aber nach einem Jahr eine bessere Nierenfunktion auf.
Außerdem gab es in der Pilz-Gruppe deutlich weniger Fälle mit Leberschäden (26). Die bei einer Nierentransplantation eingesetzten Immunsuppressiva führen häufig zu Leberschäden.
Gibt es Nebenwirkungen?
Die Einnahme des Pilzes gilt als sicher, birgt also kaum Risiken. Natürlich sollten Personen, die eine Allergie gegen Pilze, Schimmel oder Penicillin haben, den Cordyceps vorsichtshalber meiden.
Empfindliche Menschen können nach der ersten Einnahme evtl. Verdauungsbeschwerden wie kurzfristigen Durchfall bekommen. Doch sind diese Erscheinungen normalerweise nicht ernsthaft und nur vorübergehend.
Gibt es Wechselwirkungen mit Medikamenten?
Präparate aus dem Cordyceps könnten mit einigen Medikamenten wechselwirken.
Manche Untersuchungen deuten darauf hin, dass der Pilz die Blutgerinnung beeinflussen könnte (27) und auch blutdrucksenkende Eigenschaften hat (19). Dies könnte die Wirkung von Blutverdünnern und blutdrucksenkenden Medikamenten verstärken.
Außerdem kann er aufgrund einer möglichen blutzuckersenkenden Wirkung bei Diabetikern den Bedarf an Insulin und oralen Antidiabetika verändern (28).
Wenn Sie also Medikamente – gleich welcher Art – nehmen und gleichzeitig den Heilpilz einnehmen möchten, halten Sie am besten Rücksprache mit Ihrem Arzt.
Wer sollte den Pilz nicht nehmen?
Zur Sicherheit sollten Präparate aus dem Pilz während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht verwendet werden, da es hierzu bislang keine ausreichenden Studien gibt.
Auch Personen, die regelmäßig Medikamente einnehmen oder an einer schweren Grunderkrankung leiden, sollten die Anwendung vorab mit ihrem Arzt oder Therapeuten besprechen.
Der beste Cordyceps: Darauf sollten Sie beim Kauf achten
Wilder Cordyceps ist teuer, nicht vegan und aufgrund der hohen Nachfrage selten geworden. Daher bestehen die allermeisten Präparate heute aus Zuchtpilzen. Auch sollen Wildpilze in getrockneter Form häufiger mit Bakterien belastet sein.
Achten Sie daher auf ein Produkt, das aus sauberen Gebieten stammt, schadstoffgeprüft ist und nach strengen Richtlinien produziert wird.
C. sinensis oder C. militaris?
Die beiden Cordyceps-Arten unterscheiden sich zwar in ihrem Wirkstoffprofil, die klinische Wirkung scheint aber ähnlich zu sein. Cordyceps sinensis (auch CS-4) ist etwas besser untersucht, zu dieser Art gibt es sehr viele chinesische Studien.
Cordyceps militaris wird dafür häufiger in aktuellen westlichen Studien und in Tierstudien verwendet.
Sollten Sie Wert auf Cordycepin legen, dann sollten Sie auf C. militaris setzen, da nur diese Form hohe Cordycepin-Mengen aufweist.
Extrakt versus Pulver
Es gibt den Pilz sowohl als Extrakt als auch als Pulver. Pulver enthält alle im Pilzmycel (oder Fruchtkörper) enthaltenen Stoffe. Extrakte werden meist mithilfe von heißem Wasser gewonnen. Sie enthalten daher nur die wasserlöslichen Bestandteile des Pilzes, wozu vor allem die Polysaccharide gehören.
Pilzextrakte sind aber deutlich konzentrierter als Pulver. Um eine bestimmte Menge an Extrakt zu erhalten, wird das 4- bis 15-Fache an Pulver eingesetzt.
In der traditionellen chinesischen Medizin wird meist Extrakt verwendet.
Achten Sie beim Kauf von Extrakten darauf, dass der Polysaccharidgehalt angegeben ist. Hochwertige Extrakte bestehen zu ca. 30-50 % aus Polysacchariden. Andere Wirkstoffe werden leider auch bei hochwertigen Präparaten meist nicht angegeben.
Wie dosiert man den Cordyceps Pilz?
Gute therapeutische Ergebnisse erzielt man bei etlichen Gesundheitsbeschwerden mit Dosierungen ab etwa einem dreiviertel Gramm Pilzpulver pro Tag. Eine höhere Wirksamkeit zeigt der Pilz bei Dosierungen ab etwa 3 Gramm Pulver täglich.
Bei Extrakten ist die Dosierung geringer, da sie konzentrierter sind. Bei einem 8:1-Extrakt brauchen sie also nur ein Achtel der Menge. Das wären statt 3 Gramm knapp 400 mg. Dies entspricht auch etwa der Dosierungsempfehlung der meisten Anbieter.
Wann und wie lange nimmt man den Pilz ein?
Die Kapseln werden morgens vor dem Frühstück eingenommen. Die vitalisierende und energetisierende Wirkung ist insbesondere bei empfindlichen Menschen in der Regel bereits einige Stunden nach der Einnahme zu spüren.
Für einen anhaltenden therapeutischen Effekt wird empfohlen, die Präparate mindestens 4 bis 6 Wochen lang einzunehmen. Anschließend kann man eine Pause von z. B. 2 Wochen einlegen, bevor man erneut eine 4- bis 6-wöchige Kur machen kann.
Fazit: Cordyceps ist ein interessanter Heilpilz
Der Cordyceps ist ein Pilz mit interessantem Wirkspektrum. Wie andere Heilpilze hat er eine gut dokumentierte immunmodulierende Wirkung und ist vor allem für seine energetisierenden Eigenschaften bekannt. Er kann aber noch bei vielen weiteren Beschwerden genutzt werden.
Allerdings wirken nicht alle Cordyceps-Formen und -Präparate bei allen Beschwerden gleichermaßen. Je nach gewünschter Wirkung muss beim Kauf daher auf das richtige Präparat geachtet werden.
Update:
Dieser Text wurde am 31.10.2025 komplett überarbeitet und damit ersetzt